Bochum, den 03.09.2026
BochumerBund fordert nachhaltige Finanzierung und Beteiligung der beruflich Pflegenden
Die soziale Pflegeversicherung steht finanziell massiv unter Druck. Die Pflegekassen schlagen Alarm angesichts der steigenden Ausgaben. Gleichzeitig steht die von der ehemaligen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angekündigte Reform der Pflegefinanzierung vor einer neuen politischen Verantwortung. Mit Carsten Linnemann hat ein neuer Bundesgesundheitsminister das Ressort übernommen.
Für den BochumerBund ist klar: Die finanzielle Krise der Pflegeversicherung darf nicht auf dem Rücken der beruflich Pflegenden gelöst werden.
Steigende Personalkosten sind kein Fehlentwicklungsproblem, sondern Ausdruck einer notwendigen Entwicklung: Beruflich Pflegende müssen für ihre anspruchsvolle und verantwortungsvolle Arbeit angemessen
bezahlt werden. Tarifliche Vergütung und bessere Arbeitsbedingungen dürfen deshalb nicht zum Sparziel einer Reform werden.
„Wenn übersteigende Kosten in der Pflege gesprochen wird, dürfen wir nicht diejenigen aus dem Blick verlieren, die Pflege jeden Tag leisten. Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen, ausreichend Personal und eine
angemessene Bezahlung“, erklärt Selina Mooswald, Bundesvorsitzende des BochumerBund.
Bereits heute fehlen vielerorts beruflich Pflegende. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Versorgung. Eine Reform, die lediglich versucht, Pflegeleistungen zu begrenzen oder Personalkosten zu reduzieren, greift deshalb zu kurz. Der BochumerBund fordert, beruflich Pflegende verbindlich in die weiteren Reformprozesse einzubeziehen. Wer über die Zukunft der Pflege entscheidet, muss diejenigen anhören, die Pflege täglich erbringen. Eine nachhaltige Finanzierung muss vielmehr sicherstellen, dass gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Vergütung dauerhaft möglich sind.
„Wir brauchen keine Reform, die Pflege billiger macht. Wir brauchen eine Reform, die Pflege zukunftsfähig macht. Dazu gehören vor allem die Menschen, die diesen Beruf täglich ausüben“, so Selina Mooswald.
Der BochumerBund fordert die Bundesregierung daher auf, die anstehende Reform als Chance zu nutzen: für eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, für bessere Arbeitsbedingungen und für eine stärkere Beteiligung der beruflich Pflegenden.
Wer die Zukunft der Pflege sichern will, muss diejenigen stärken, die Pflege leisten.
Gewerkschaftliche Grüße
Selina Mooswald
Bundesvorsitzende